„Ich will ganz schnell Erwachsen werden“ das habe ich früher so oft gedacht. Als ich mit 10 nicht die Barbie bekam die ich wollte,mit 12 keinen Schülerjob  fand, mit 14 nicht so lange raus durfte wie ich wollte und als ich mit 16 noch nicht in die coolen Clubs kam. Mittlerweile ist das ziemlich anders.


Ich werde nächste Woche 20. Wenn ich mich darüber beschwere höre ich von vielen, ich sei ja noch so jung. 20 sei ja noch kein Alter und ich sei doch noch fast ein Kind. Recht haben sie damit ja sogar vielleicht. Aber zeitgleich möchte man von mir, dass ich selbstständig bin. Arbeiten gehen, alleine eine Uni finden mit passendem Studiengang, ein Praktikum dazu, sich zu entscheiden in welche Stadt man gehen will oder ob man nicht doch lieber erst eine Ausbildung macht.

Personal Erwachsen werden Kolumne Renegade

Dafür bin ich noch nicht groß genug

Die Gesellschaft meint einerseits ich habe noch keine Lebenserfahrung, keine Ahnung und noch keine bedeutsame Meinung, andererseits soll ich doch bitte jetzt sofort die ganzen wichtigen Entscheidungen treffen. Alleine.
Ich erwische mich dabei, wie ich meiner Ma von einem Tag der offenen Tür an einer Universität erzähle und sie danach erwartungsvoll ansehe. Innerlich möchte ich, dass sie mir ein OK gibt. Mir sagt das diese Uni die Richtige ist und ich dort hin soll. Ich will das sie mir sagt was ich tun soll. Ich habe das Gefühl, dafür einfach noch nicht groß genug zu sein um es alleine zu entscheiden.

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Sich selber Halt geben

Meine Ma lacht mich an und fragt was ich von ihr hören möchte. Sie weiß genau was ich gerne hören will, aber sie weiß auch das ich die Entscheidung alleine treffen muss. Ich weiß das sie recht hat. Ich weiß das ich mir selbst Halt geben muss, dass ich selbst hinter meiner Entscheidung stehen muss. Aber das Wissen macht es nicht einfacher.

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Es wird besser

Mittlerweile habe ich es geschafft mich wenigstens auf drei Universitäten fest zu legen und suche aktuell nach einem vorbereitenden Praktikum. Das hier nicht weniger Frustration auf mich wartet als bei dem Thema zuvor habe ich schon mitbekommen. Aber langsam wird es besser, das Erwachsen werden bringt wohl so einige Stolpersteine mit sich. Aber irgendwie kriegt man das schon hin, ich hab es schließlich auch nach und durch Australien geschafft.

Habt/hattet ihr auch so eure Probleme mit dem Erwaschen werden/sein?

19 Comments

  1. Manchmal muss man sich einfach „hineinwerfen“ lassen. Egal für welche Uni du dich entscheidest, versuch das bestmögliche rauszuholen, falls es nichts für dich ist kannst du immer noch wechseln :) Das ist ja das Gute am Studieren, du kannst gefahrlos einfach Studienort und -fach wechseln :)
    Ich wusste auch nicht so genau wie ich mich entscheiden sollte, es gibt so viele interessante Studienfächer, mein Nebenfach hat mir dann nicht so gut gefallen und ich hab gewechselt, aber mit meinem Hauptfach bin ich absolut zufrieden! Ich hab mich da einfach nach meinem Gefühl leiten lassen und das war glaube ich eine sehr gute Entscheidung :)
    Liebe Grüße :)

    • Danke für deine liebe Antwort Leni,
      leider strebe ich einen kreativen Studiengang an weshalb ich nicht so einfach hin und her wechseln kann wie ich möchte. Ich kann mich auch nicht einfach irgendwo einschreiben sondern muss eine Mappe abgeben und eine Begabten Prüfung bestehen. Weshalb mir das alles noch viel schwerer fällt, als die normale Studiengangs-Entscheidung ist. Ich weiß auch extrem genau was ich studieren möchte, nur ist die Wahl der passenden Uni schwierig, da die meisten kreativen Studiengänge privat sind. Da spielen so viele Faktoren mit, das macht einem schon manchmal Kopfschmerzen :D

  2. So ein wichtiger Eintrag! Ich kann deine Gedanken total verstehen und ich glaube, das wird auch nicht unbedingt besser. Nach dem Studium denkt man sich, dass „früher alles besser“ war, dennoch sollte man sich immer vor Augen halten, dass es auch viele Freiheiten mitbringt, wenn man z.B. Geld verdient und täglich arbeiten geht- weißt du, was ich meine? Ich wünsche dir unglaublich viel Glück für deine Entscheidungen. Was möchtest du denn studieren? Ich bin gespannt, was du so darüber berichtest. Viele herzliche Grüße aus Braunschweig sendet dir Clara

    • Danke für den aufmunternden Kommentar. Ich möchte Kommunikations- und Grafikdesign studieren :)

  3. Ach Farina, ich bin ja auch dieses Jahr 26 geworden und habe viel mehr Angst gehabt vor dem alt werden, als erwachsen zu werden. Als ich 20 geworden bin, ist so ungefähr ne Welt unter gegangen. Und total seltsam, wenn ich jetzt daran zurück denke, fühl ich mich wirklich nicht viel älter oder als wär das jetzt schon über 6 Jahre her. Natürlich wird man irgendwie erwachsener, aber so schleichend, dass man es kaum merkt. Und mich beruhigt mittlerweile, dass das heutige 30 das neue 20 ist etc. (Das beruhigt mich wirklich xD) Ich hasse es, wenn meine Freunde sagen, dass wir schon auf die 30 zu gehen. Ich find das furchtbar. Mir ist seit ungefähr drei Geburtstagen die Zahl so egal geworden. Alles kommt, wenn es kommen soll und muss und das kann in jedem Alter passieren. Ich hab Bekannte die mit 15 ne Ausbildung angefangen haben und weeeesentlich erwachsener sind als ich, einfach weil ein Berufsalltag doch was anderes ist als Uni und Nebenjob. Aber das findet sich alles und du deinen Weg. Krasser als allein nach Australien zu gehen, kanns gar nimmer werden. Nimm dir die Zeit, so viel falsch machen kann man gar nicht ;)

  4. Toller und interessanter Beitrag, Farina! :)

    Ich bin da gleicher Meinung wie du – die Gesellschaft verlangt, dass wir nach der Schule 100%ig wissen wie wir unser Leben die nächsten 60 Jahre angehen wollen. Uns dabei aber zu unterschützen oder uns zeigen wie das geht macht aber kaum jemand.
    Wir sollen erwachsen sein ohne zu wissen wie das geht.

    Ich bin momentan dabei mich selbstständig zu machen und habe auch vorne und hinten keinen Plan was ich dazu alles machen muss und wie das so funktioniert aber wir werden unseren Weg schon finden! :)

    Ich wünsche dir ganz viel Erfolg bei allem und glaube fest, dass du das schaffst! :)

    Liebe Grüße
    Vanessa

  5. Bei deinem Beitrag muss ich mich daran zurück erinnern, wie ich damals vom Gymnasium auf die Realschule gewechselt habe. Ich war 14 und plötzlich wollte jeder von mir wissen, was ich nach der mittleren Reife machen möchte. Natürlich haben meine Eltern mich da noch unterstützt. Allerdings habe ich schnell bemerkt, dass die mich gerne in einer Bank gesehen hätten. Darüber musste ich mich hinwegsetzen, denn das war so gar nicht meins. Auf eine Ausbildung zur Technischen Zeichnerin kam ich dann auch nur, weil das mein Lieblingsfach war und dass der Rektor gut mit dem Ausbildungsleiter des Unternehmens bekannt war, in dem ich dann mit 16 Jahren meine Ausbildung angefangen habe. Denn von der Firma hatte ich nie vorher gehört. Ich hätte noch 3 andere Ausbildungsplätze in Aussicht gehabt. Mein Bauchgefühl hat mich geleitet. Und es war gut, dass ich darauf gehört hatte. Ich bin sehr zufrieden mit dem Weg, den ich eingeschlagen habe.
    Und heute liegt es an mir für meine Kinder zu entscheiden. Soll mein Großer nächstes Jahr schon in die Schule oder lasse ich ihn zurückstellen? Wird er es dann auf’s Gymnasium schaffen? Würde ich ihm damit überhaupt einen Gefallen tun?

    Es ist nie leicht. Es wird auch nicht leichter.
    Ich habe es tatsächlich immer so gehalten, dass ich vorrangig auf meinen Bauch gehört habe, und ich bin damit gut gefahren. Sowohl beruflich als auch privat.

    Liebe Grüße
    Tina

    • Aus diesem Blickwinkel habe ich es noch nie gesehen. Und das obwohl meine Ma regelmäßig mit mir darüber debattiert auf was für eine weiterführende Schule sie meinen kleinen Bruder schicken will. Es hört wohl nie auf! :D

  6. Gott sei Dank hab ich noch ein Jahr Bedenkenszeit in Neuseeland vor dem Studium. Ich fühlte aber damals genau wie du, hauptsache schnell groß werden. Und dann? Feststellen, dass es doch nicht ganz so wie erhofft ist.
    Ich hoffe das gibt sich mit dem Alter und der Erfahrung. Irgendwann sind wir weiser :)
    Liebst, Katja
    http://www.amoureuxee.de

    • Das Jahr Bedenkzeit hatte ich ja auch und ich weiß ja auch was ich machen möchte. Die Entscheidungen nimmt dir so ein Jahr leider aber trotzdem nicht ab und müssen dann von dir selbst getroffen werden. Dazu kommt noch der starke Kontrast vom Langzeitreisen im Paradies zum Unifrust.

  7. Sehr schön gesagt! Ich bin auch 20 und hab vor ein paar Tagen das Vorpraktikum zu meinem dualen Studium angefangen. Ich hatte das Glück, dass ich schon immer eher selbstständig war (mamma taught me so) und auch schon früh wusste was ich wollte. Aber manchmal kommen da doch so Situationen, wo die Mutter dann mal eine kleinlaute What’s App Sprachnachricht von der grooßen Tochter bekommt („Wie ist das mit der GEZ nochmal…?“)
    Also mach dir nicht zu viele Sorgen und wenn es wirklich, wirklich eng und brenzlig wird, ist deine Mutter ja auch für dich da.

    Im allgemeinen hast du aber recht: Wir werden in der Schule so ‚behütet‘ und jetzt sind wir für die Erwachsenen immernoch Kinder, für den Staat aber schon Leute, die jetzt gefälligst mal produktiv sein sollen.

    Finde deinen Blog wunderschön (und den Insatgram account auch :) )
    Liebe Grüße,
    Anissa Marie

  8. Ich kenne deine Gedanken nur zu gut. Als ich damals soweit war, war ich auch zutiefst verunsichert. Das Einzige was ich mit Sicherheit wusste, war, an welcher Uni ich studieren möchte – dafür sind solche Informationstage echtes Gold wert. Ich war mir jahrelang sehr sicher gewesen, Lehrer werden zu wollen. Doch ab den Abiprüfungen ging es dann drunter und drüber bei mir, weil ich mir auf einmal so gar nicht mehr sicher war, was ich wirklich werden möchte. Und so hatte ich dann gefühlt jede Woche eine neue Idee.

    Irgendwann machte dann die Mutti meiner damaligen besten Freundin den Vorschlag, ob BWL nichts für mich wäre, da ich doch so gut mit Zahlen umgehen könne. Im ersten Moment hatte ich da ziemlich starke Bedenken, weil auch in meinem Kopf zunächst die ganzen Vorurteile bezüglich BWLer im Kopf umherschwirrten. Doch umso länger ich mich mit der Idee auseinandersetzte und umso mehr ich mich über diesen Studiengang informierte, umso mehr merkte ich, dass das doch so ziemlich mein Ding sein könnte.

    Doch die Unsicherheit ist am Anfang glaube ich immer da, weil du das Gefühl hast mit Null Erfahrung jetzt eine Entscheidung fürs Leben treffen zu müssen. Denn idealerweise bestimmt dein Studium, welchen Job du in deinem Leben ausüben wirst. Und der Gedanke ist manchmal echt beängstigend gewesen. Was ist, wenn es das Falsche ist? Es geht hier um den Rest meines Lebens! :D Ich neige ja dann gerne immer gleich zu Übertreibungen.

    Die Unsicherheit schwand so langsam nach dem ersten Semester als man langsam kapiert hat wie die Uni funktioniert, man neue Freunde gefunden hat und so halbwegs mit dem eigenen Haushalt klar kam. Im Nachhinein würde ich mich immer wieder für BWL entscheiden – es kann echt Spaß machen und ist verdammt facettenreich und das ist so ungefähr das, was mir am meisten daran gefällt. Jeder kann da seine Nische finden. Mich ängstigt nur langsam das nahende Ende meines Masterstudiums, dafür fühle ich mich noch nicht so ganz bereit. Was mir immer hilft, wenn ich verunsichert bin, ist dieser Gedanke: Die anderen haben es vor mir auch alle geschafft, ich kann das dann mindestens genauso gut. Hat bis jetzt immer geholfen.

    Liebe Grüße, Chrissie.

  9. Ich kann dich sehr gut verstehen mir hat es damals echt Angst gemacht mich festlegen zu müssen so nach dem Motto und das wird jetzt mein Leben :D aber dir steht eine tolle Zeit bevor, in Stein gemeißelt ist heute nichts mehr und der Moment „oh Gott dafür bin ich doch noch zu jung“ wird bei den unterschiedlichsten Sachen immer wieder kommen, egal wie alt man wird :)
    Liebe Grüße, Mona

  10. Ich kenne dieses Gefühl so gut.
    Ich wusste lange nicht, was ich nach dem Abi machen will und habe dann eine Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin gemacht.
    Ich bin jetzt 22 und ausgebildete Fachkraft und zuständig für das Leben anderer. Manchmal denke ich, ich bin viel zu jung für diesen Job, aber andererseits wachse ich jeden Tag an meinen Aufgaben.
    Ich glaube außerdem, für manche Sachen ist man nie alt genug und irgendwo sind wir alle noch Kind. Und das ist auch gut so.

  11. Ja die Gedanken hatte ich früher auch! Ist schon nicht so leicht, aber es wird alles immer gut.
    Ich mein du warst ein Jahr in Australien! Danach schaffst du eh alles! ;-)

    Ich wünsche dir einen wundervollen Tag <3
    Liebst, Sarah von Belle Mélange
    http://www.belle-melange.com

  12. Ich kann das Geschriebene voll und ganz nachvolziehen ! Ich befinde mich im gleichen Lebensabschnitt wie du und manchmal fühle ich mich wie nichts halbes und nichts ganzes, ich bin kein Kind mehr, aber erwachsen bin ich auch noch nicht. Und ich möchte das eigentlich gerne ausnutzen, noch „jung“ zu sein, „alles tun zu können“ – aber so einfach, wie das klingt, ist das dann doch nicht, weil man eben schon gewisse verantwortungen zu tragen hat ..

    Btw, die Bilder sind echt schön :) Ich liebe deine Haare !

  13. Ich hatte auch große Probleme 20 zu werden, weil man damit plötzlich kein Teenager mehr ist. Dieser ganze Erwachsenenkram hat bei mir zu ziemlich vielen kindlichen Heulanfällen geführt. Aber Zeit vergeht, dagegen kann man ja nichts tun, und deshalb schafft man das auch alles und wird besser und kommt klar.

  14. Du sprichst mir aus der Seele. Ich hatte auch ganz lange Zeit Probleme mit dem Erwachsen werden. Dachte aber auch als Kind, dass ich eh nie Erwachsen werden muss :) Umso härter traf mich dann die Realität, als ich mit 23 in eine eigene Wohnung zog. Ich liebte es- keine Frage. Aber niemand sagte mir, dass ich gleichzeitig Haushalt UND Arbeitsleben bewältigen muss. Ich kam kräftig ins Schleudern, hasste das schwierige Erwachsen werden, sehnte mich zurück in die unbeschwerte Zeit des Kind seins. Mittlerweile habe ich gelernt, die Vorzüge zu sehen. Genieße es. Die Freiheit, tun und lassen zu können, was ich will. Und doch ertappe ich mich immer wieder, wie ich hin und wieder ins Kind-sein-zurückverfalle. Es ist ein schwieriger Prozess, aber du schaffst das auch. Höre einfach nicht auf, an dich zu glauben. Und vertraue dir. Ganz viele liebe Grüße von mir zu dir, deine Tatjana

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